Historie

Über 130 Jahre Vereinsgeschichte

Der vorliegenden Artikel basiert auf unserem Archivmaterial. Er stellt nur einen Ausschnitt aus unserer bewegten Vereinsgeschichte dar und endet im Jahr 2011.

Die Turngemeinde Dietzenbach wurde am 05. Dezember 1886 von 24 jungen Männern im Gasthaus zum Löwen gegründet. Vorsitzender des zunächst provisorisch gewählten Vorstandes war Michael Ebert. Nach Genehmigung der Statuten durch die Versammlung wurden die ersten Turngeräte angeschafft und der Kauf eines Turnplatzes in Erwägung gezogen. Im Frühjahr 1887 war es dann soweit, ein Grundstück in den Kirchgärten konnte erworben und im selben Jahr noch eingeweiht werden. Man trat dem Turnerbund Jahn bei und kam dank des unermüdlichen Einsatzes des damaligen Turnwarts Heinrich Fenchel 3. im selben Jahr noch beim ersten Verbandsturnfest mit 5 Turnern zu Meisterehren! Die Ausbildung der Turner machte so große Fortschritte, so dass beim Turnfest in Urberach, im Jahre 1891, bereits 12 Turner Siege erringen konnten. Im Jahre 1892 wurde der Turnplatz in den Kirchgärten verkauft und ein größeres Gelände in der Hügelstraße erworben. Bereits am 07.08.1892 hielt die TG das 7. Verbandturnfest des Turnerbundes Jahn ab.

Durch Erhebung eines Extrabeitrages wurde im Jahre 1898 eine Vereinsfahne angeschafft, die am 20.06.1899 eingeweiht wurde.

1904 schlossen sich die Turnerbünde Jahn und Starkenburg zum Turnerbund Gau-Jahn-Starkenburg zusammen. Ins Vereinsregister wurde die Turngemeinde am 04.03.1905 beim Großherzoglichen Amtsgericht in Langen eingetragen. Zum 01.01.1905 wurden dafür die ersten Statuten des Vereins erstellt, deren Veröffentlichung im März 1905 in der Darmstädter Zeitung erfolgte.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Turngemeinde so sehr, dass – auch infolge von Bebauung – der bisherige Turnplatz nicht mehr ausreichte und der Verein sich gezwungen sah, sich für einen neuen Turnplatz zu entscheiden. Die „Perschbacher Liegenschaft“ auf dem Wingertsberg wurde nun das neue und endgültige Zuhause der Turngemeinde!

Am 20. und 21. Juni 1913 fand die Einweihung statt, verbunden mit einem volkstümlichen Wettturnen, bei dem alle Ehren- und Erste Preise im Besitz der TG blieben. Trotz kriegerischer Vorahnungen wurde von 1913 bis 1914 die erste Turnhalle gebaut, deren Einweihung am 18. Mai 1914 erfolgte. Vom Großherzoglichen Kreisamt Offenbach wurde am 12. Februar 1915 die Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft im Hause Hainer Pfad 18 erteilt. 13 der besten Turner sind im 1. Weltkrieg gefallen, so dass der Verein danach neu organisiert werden musste. Unter starkem Engagement aller Mitglieder konnte bereits im Jahre 1919 wieder ein Turnfest mit einer Beteiligung von 346 Turnern durchgeführt werden!

Im Jahre 1926 wurde die Handballabteilung gegründet.

Am 11.09.1929 trat die Turngemeinde der Deutschen Turnerschaft bei.

Am 18. August 1934 traf den Verein ein herber Verlust, die Turnhalle brannte ab, – u.a. wurde auch die Vereinsfahne vernichtet -. Dank tatkräftiger Mithilfe der Mitglieder konnte bereits 1935 die neue Turnhalle eingeweiht werden! Durch Kriegseinwirkungen des 2. Weltkrieges wurde die Turnhalle schon 9 Jahre später – und zwar wieder am 18. August – erneut zerstört.
Wegen der Nachkriegsfolgen musste die Vereinstätigkeit vorübergehend ruhen, ehe dann am 31.10.1950, im Rahmen der Kirchweih, die neu erbaute Turnhalle auf dem Wingertsberg eingeweiht wurde. Sie ist nach einigen baulichen Ergänzungen und Modernisierungen noch heute das sportliche und gesellschaftliche „Heim“ der Sportler und Mitglieder des Vereins.
Auch wurde in dieser Zeit ein Spielmannszug gegründet, der nach einer Aufbau- und Übungsphase seinen ersten Auftritt 1951 beim Festzug zum Jubiläumsfest des Gesangvereins „Sängerkranz“ hatte. Ausbilder und Leiter dieses Spielmannszuges war Heinrich Wolf V. Anfang der 60er Jahre wurde diese Sparte wieder aufgelöst!
Im Jahre 1986 wurde mit großem Programm in der Zeit vom 30. Mai bis 2. Juni auf unserem Sportgelände die 100 Jahr Feier ausgerichtet. Im großen Zelt fand freitags ein großer bunter Abend mit internationaler Beteiligung statt, gefolgt vom Dietzenbacher Abend am Samstag, Jubiläums-Festzug durch die Dietzenbacher Straßen am Sonntag und dem Tschechoslowakische Folklore-Abend, sowie anschließendem Feuerwerk und als Abschluss den Montagsfrühschoppen !
Damals Festpräsident und heute Ehrevorsitzender war Willi Wurm. Festausschussvorsitzender, Mitorganisator und Moderator dieser viel beachteten und von allen Mitgliedern und vielen Freunden des Vereins unterstützten viertägigen Veranstaltung war Rolf Sauer!
Die zerstörte Halle

Dann wurde zu Beginn des Hessentages in Dietzenbach, am 15. Mai 2001, die größte Veränderung auf dem Vereinsgelände mit einem Richtfest eingeleitet. Durch den Bau eines Aussichtsturmes durch den Regionalen Planungsverband hat das Vereinsgelände eine hohe Aufwertung erhalten .Im gleichen Jahr wurde beschlossen, den Gaststättenbereich zu erweitern und auch eine Wohnung zu integrieren. Ein Geschäftszimmer und die gesamte Erneuerung der Außenansicht vervollständigten diese kostenträchtige Maßnahme, die nicht ohne Bauchweh vonstatten ging. Schließlich wurde am 8. Mai 2002 im großen Rahmen Einweihung gefeiert.

Der Neuaufbau 1950

Die turnerischen Aktivitäten fanden bald im Turngau Offenbach-Hanau ihre Fortsetzung. So wurde das Wingertsbergturnfest geplant und fand erstmals im Jahre 1957 statt. Es ist bis heute das Einzige seiner Art im Turngau Offenbach-Hanau.
Lange Zeit war der von der TGD gestiftete „Elefantenzahn“ eine begehrte Trophäe für den Sieger des Mannschaftswettbewerbes.
1983 und 1984 nahmen die Turner mit 2 Mannschaften an den Hessischen Schüler- und Mannschaftsmeisterschaften teil und errangen gute Platzierungen Auch im Bereich des Seniorensports hatte die Turngemeinde einiges zu bieten. Hier ist besonders der Name Günther Keim in besonderer Erinnerung, der nicht nur als Oberturnwart, Betreuer und Freund der Sportler, sondern auch als Aktiver in seiner Altersklasse Deutscher Meister wurde und immer Vorbild war. Inzwischen haben über 50 Wingertsbergturnfeste stattgefunden und Stefan Fenchel, sowie inzwischen Gerd Jünger sind dabei als Abteilungsleiter in die Fußstapfen des unvergessenen Bernd Schmenkel getreten.

Tradition bedeutete in der Turngemeinde aber nicht nur das Turnen. Als 1926 der Entschluss reifte auch Handball zuzulassen, waren es 18 Männer, die diesen Plan in die Tat umsetzten. Bereits 1935 bestand die Abteilung aus sechs Mannschaften mit 48 Aktiven und 45 Jugendlichen. Spieler, Trainer und Spielausschussvorsitzender war hierbei in einer Person der unvergessene Philipp Fenn, der 1942 von Fritz König abgelöst wurde. Selbst in den Kriegsjahren wurde Handball gespielt, obwohl 20 Handballer im Krieg fielen. Man qualifizierte sich für das Finale zur Deutschen Meisterschaft und unterlag dem Militärsportverein Schweinfurt mit 16:17 Toren. In jener Zeit wurde auch von Wilhelm Ebert eine Damenmannschaft gegründet, die in kürzester Zeit bis in die Bezirksklasse vordrang.
Unsere erste Damenmannschaft

Nach ruhender Vereinstätigkeit bis zum Jahre 1949 ging es mit neuem Schwung weiter. Die Jugendarbeit wurde forciert, es wurde eine 2. Herrenmannschaft gebildet, so dass im Jahre 1952 die Pokalmeisterschaft im Kreis Offenbach gefeiert werden konnte.
Abteilungsleiter in dieser Zeit waren Jakob Keim, Ludwig Altmannsberger, Jakob Göckel und Richard Becker. Dann übernahm für längere Zeit Willi Wurm die Abteilungsleitung, Richard Berz wurde Spielausschussvorsitzender. In dieser Zeit leisteten die Trainer Karl Wältz, Rudolf Freund, Max Wagner und Heiner Keimig immens Aufbauarbeit. Dann kam mit Ewald Krimm im Jahre 1970 ein Trainer, der den Erfolg für die nächsten Jahre gepachtet hatte. So wurde die 1. Herrenmannschaft von 1972 bis 1977 sowohl im Großfeld als auch in der Halle Meister und Aufsteiger bis in die Verbandsliga (Hessenliga). In der gleichen Zeit schaffte die 2. Herrenmannschaft den Aufstieg in die A-Klasse. Die Turngemeinde war wieder wer!

Grundlage für diese Erfolge war eine vorbildliche Jugendarbeit. Diese konnte man getrost einem Manne zuschreiben- Ernst Gaubatz -. Liebevoll „Tschik“ genannt, ob seiner äußeren Ähnlichkeit mit dem bekannteren Tschik Tschaikowski aus der Fußball-Bundesliga.

Einen guten Namen bundesweit hatte auch das bis 1971 durchgeführte internationale Jugend-Kleinfeld-Turnier mit Mannschaften aus Skandinavien, Deutschland und der Schweiz.

Im Jahre 1973 gründete sich wieder eine Damenmannschaft. Mit Werner Engel fand man einen ehrgeizigen Trainer, der bereits 1975 den ersten Meistertitel einfuhr und bis 1983 den Aufstieg in die Oberliga schaffte. Weitere Trainer und Betreuerin dieser Zeit waren noch: Walter Werkmann, Wolfgang Knecht, Manfred Dolle, Winnie Damm und Reiner Wagner. Dieser hat dann später wieder in der Jugendarbeit Akzente gesetzt!
Die Turnhalle bis Ende der 90er Jahre

Mit Günter Rebel wurde dann auch im Jahre 1977 bei den Herren ein namhafter Trainer gefunden. Der Bundesliga erfahrene Kreisläufer der SG Dietzenbach brachte den Herren seine spielerische Ideen bei und vermittelte die erforderliche Cleverness.
Seine Arbeit führte dann Klaus Rettig fort, der schlechthin als „ Handball-Idol“ in Dietzenbach gehandelt wurde und als echter Freund und tadelloser Sportler sogar noch als Spieler die Mannschaft aus misslicher Situation rettete. Heinz Rudi Keim wurde im Jahre 1974 Nachfolger von Willi Wurm und leitete die Handballabteilung bis ins Jahr 1989. In diese Zeit fielen auch die legendären internationalen Kleinfeldturniere mit Mannschaften aus ganz Europa. Im Mai 2006 wurde ein für Dietzenbacher Verhältnisse zukunftsweisender Weg eingeschlagen; die Handballabteilungen von Turngemeinde und Sportgemeinschaft schlossen sich zu einer Handballspielgemeinschaft zusammen! In der Entwicklung, hin zum modernen Großverein , ist die Turngemeinde dabei nie stehen geblieben. So gründete sich im Jahre 1978 die Tennisabteilung. Das Vereinsgelände wurde umgestaltet und 4 Tennisplätze gebaut.
Mit Heinz Wagner, Walter Werkmann und Rolf Russ wurden fachkundige Trainer gefunden, die die Entwicklung des Tennissports auf dem Wingertsberg wesentlich beeinflussten. Den Abteilungsleitern Wulf Gusovius, Lothar Bading, Reinhard Köhler, Horst Klink, Norbert Schmitt und heute Horst Böhm ist es zu verdanken, dass die Mitglieder der anfangs als elitäre weiße Sportart verschriene Tennisabteilung sich sehr bald dem Gefüge des Gesamtvereins anpassten und in den übrigen Sparten integrierten.
Als im Jahre 1992 die Anfrage an unseren Verein gerichtet wurde, ob wir eine Fußballmannschaft aufnehmen wollten, war das Echo Anfangs sehr geteilt. Bereits nach kurzer Zeit war jedoch erkennbar, dass die Fußball-Oldies um ihren Chef Peter Müller eine wesentliche Bereicherung für die Turngemeinde darstellten. Seit dieser Zeit ist unser Rasenplatz durch die Pflege der „ Hobby-Kicker“ zu einem Kleinod geworden.

Eine weitere Veränderung ergab sich im Jahre 2007.

Nachdem bereits vorher schon in der Turnabteilung neue Trendsportarten wie Aerobic, Wirbelsäulengymnastik, Rückenschulung, Seniorensport u.a. Eingang gefunden hatten, kam jetzt noch eine Sparte Tanzen hinzu, die sehr großen Anklang fand.
Verantwortlich für diesen Aufschwung sind vor allen Dingen Gerd und Ute Jünger.

Damit kam in die Reihe der „Flying Bergser“, „Singing Bergser“ nun noch die Gruppe „Däncing Bergser“ hinzu, die unseren Verein sowohl in Dietzenbach als auch in der weiterer Umgebung sehr bekannt gemacht haben und auch mit Förderpreisen der Stadt Dietzenbach ausgezeichnet wurden.

Die Turngemeinde hat während ihres 130jährigen Bestehens kontinuierlich an sich und ihrem Umfeld gearbeitet. Vereinstreue steht für die inzwischen 860 Mitglieder an erster Stelle. Es spricht für den Verein, dass in dieser langen Zeit nur 13 erste Vorsitzende im Amt waren.

Michael Ebert 1886 – 1898
Jakob Keim I. 1898 – 1900
Wendel Wurm I 1900 – 1901
Philipp Wurm VIII. 1901 – 1902
Philipp Knecht I. 1902 – 1912
Jakob Keim VI. 1912 – 1932
Christoph Knecht 1933 – 1936
Michael Hammann 1936 – 1938
Jakob Keim VI 1938 – 1954
Alfred Knecht 1954 – 1955
Jakob Keim VI. 1955 – 1956
Hans Weygand 1956 – 1966
Adam Ebert 1966 – 1970
Hans Weygand 1970 – 1973
Adam Ebert 1973 – 1986
Willi Wurm 1986 – 1998
Heinz Rudi Keim 1998 –

Der im Jubiläumsjahr verantwortliche Vorstand bestand aus:

Heinz Rudi Keim 1. Vorsitzender
Lina Schäfer stellvertretende Vorsitzende
Urs Schäfer Rechner
Norbert König Sportlicher Leiter
Harald Sattler Schriftführer
Lars Höfer Internet-Verantwortlicher
Gerd Jünger Abteilungsleiter Turnen & Tanzen
Kira Bendel Abteilungsleiterin Handball
Horst Böhm Abteilungsleiter Tennis
Peter Müller Chef der Fußball-Oldies

Ansichten

Alte Postkarte von Dietzenbach

Wie alles begann

Die ersten Aktiven

Die zerstörte Halle

Der Neuaufbau 1950

Unsere erste Damenmannschaft

Die Turnhalle bis Ende der 90er Jahre